02.07.2019

Mehr als 120 Liter Regen pro Quadratmeter ... !

Braunsbach - kein Begriff steht derzeit so für die zerstörerische Macht der Naturgewalten wie der Name dieser kleinen 2.500-Seelen-Gemeinde in Baden-Württemberg.


Das Tief "Elvira" bescherte der Region schwere Unwetter mit Niederschlägen von gut 120 Litern pro Quadratmeter. So viel Wasser konnten die umliegenden Gewässer nicht mehr fassen, so dass es zu Überflutungen kam. Wasser, Schlamm und Geröll verwüsteten ganze Ortschaften. Alleine die Schäden an Wohn- und Geschäftsgebäuden schätzt der ehemalige Monopolversicherer des Landes Baden-Württemberg auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Dank einer Vielzahl von Videos, z.B. auf YouTube, wird diese Umweltkatastrophe wohl für alle Zeit dokumentiert bleiben.

 

Ereignisse wie dieses zeigen uns auf sehr drastische Art und Weise immer wieder auf, wie notwendig ein Schutz gegen Elementargefahren inzwischen geworden ist. Egal, ob Wohn- oder Geschäftshaus, Hausrat oder Geschäftseinrichtung: Überschwemmungen verursachen keine kleinen Schäden. Alleine die Aufräum- und Trocknungskosten, die solche Schadensfälle für gewöhnlich nach sich ziehen, sind gewaltig.

 

Nun haben es die Schwaben noch gut getroffen. Da dort bis 1994 die Pflicht zum Abschluss einer Elementardeckung bestand, sind bis heute immer noch 95% der Gebäude in Baden-Württemberg mit diesem wertvollen Schutz versehen. Im Rest der Republik sieht das ganz anders aus. Hier sind lediglich 36% aller Gebäude gegen Elementargefahren abgesichert. In der Hausratversicherung, wie auch in der gewerblichen Inhaltsversicherung ist die Durchdringung noch geringer. Entsprechend existenzbedrohend sind Schäden dann oft auch. Dabei ist Hochwasser nicht die einzige Gefahr gegen die eine Elementarschadensdeckung schütz. Auch Schäden, die durch Schneelast, Rückstau, Lawinen, Erdrutsch, Erdfall, Erdbeben oder Vulkanausbruch entstehen werden durch diesen Deckungsbaustein übernommen. So wird für nahezu jede Gebäudelage der Schutz geboten der benötigt wird. Alleine im Jahr 2014 wurden von den deutschen Versicherern Entschädigungen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro für Schäden durch Unwetter geleistet.

 

Wetterextreme nehmen zu!

Gefühlt hat jedes Jahr sein eigenes Wetterextrem. Stürme, Starkregenfall, Hagel ...  und alles ist wohl eine Auswirkung der globalen Erwärmung. Wetterexperten sind sich weitestgehend einig darin, dass wir uns auf regelmäßige Unwetter mit teils extremen Folgen einstellen müssen. Umso wichtiger wird es, sich um eine Anpassung des Versicherungsschutzes an diese neuen Gegebenheiten zu kümmern. Nur so können Sie Ihre Existenz nachhaltig sichern.

 

Zwar unterstützten Staat und Bundesländer in der Vergangenheit Unwettergeschädigte mit Finanzspritzen, dies wird sich aber bei der zu erwartenden Häufung von Ereignissen auf Dauer nicht fortführen lassen. So hat der Freistaat Bayern bereits beschlossen ab dem Stichtag 1. Juli 2019 grundsätzlich keine staatlichen finanziellen Unterstützungen in Form von Soforthilfen mehr zu gewähren.

 

"Die bayerische Staatsregierung fordert daher alle Bürgerinnen und Bürger in Bayern eindringlich dazu auf, den eigenen Versicherungsschutz zu überprüfen und Immobilien und Hausrat umfassend zu versichern. Ein umfassender Schutz beinhaltet neben einer Absicherung gegen Sturm und Hagel unbedingt auch eine Elementarschadenversicherung." (Bayerische Staatsregierung im Februar 2018)

 

Wir empfehlen Ihnen sich ausführlich zu informieren und sich fachkundig beraten zu lassen. Selbstverständlich sind wir Ihnen hierbei gerne behilflich.

 

Tobias Kreisel

Kaufmann für Versicherungen und Finanzen bei der BAZ Beratungsgemeinschaft für Ärzte und Zahnärzte GmbH, Hauptverwaltung Würzburg

 

Herr Kreisel hat sich nach seiner Ausbildung auf den Bereich Sachversicherungen spezialisiert.

 

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