07.02.2018

Das Feuerregressverzichtsabkommen wurde abgeschafft: Überprüfen Sie Ihre Privathaftpflichtversicherung!


Werfe man einen Blick in die Annalen der Haftpflichtversicherungen, würden drei Reaktionen folgen:

 

  • Ein ungläubiges Kopfschütteln,
  • ein verlegenes Kichern oder
  • ein überraschtes Stirnrunzeln.

 

Was damals alles ging oder eben nicht ging. Ja, seit dem 19. Jahrhundert hat sich reformtechnisch wahrlich viel getan, ein Grundsatz blieb jedoch immer und weltweit gleich:

 

Wer anderen widerrechtlich einen Schaden zufügt, muss ihn auch ersetzen!


Eine wichtige Regelung, die primär zwar andere Ver
sicherungssparten betraf, doch nun nicht unerhebliche Auswirkungen auf den privaten oder gewerblichen Haftpflichtschutz hatte, wurde in den 1960er Jahren eingeführt - zu einer Zeit, in der die Deckungssummen quer durch alle Haftpflichtsparten noch nicht sonderlich hoch waren und damit eine risikogerechte, ausreichende Abdeckung oftmals schwierig darzustellen war.

 

Diese Regelung - das Regressverzichtsabkommen (RVA) - betraf in erster Linie Hausbesitzer und sollte diese vor existenzbedrohenden Schadenersatzforderungen im Feuerschadenfall schützen.

 

Erklärung: Bei einem Brand, der auf ein angrenzendes Gebäude überspringt, kann der Feuerversicherer des dadurch ebenfalls beschädigten Gebäudes Regressanspruch gegen den Brandverursacher bzw. dessen Gebäudeversicherer stellen, sofern diesem ein Verschulden trifft. Aus diesem Grunde hatten sich Feuer-, Wohngebäude- sowie Hausratversicherer damals verpflichtet, auf sie übergegangene Schadenersatzansprüche von mehr als 150.000, doch maximal 600.000 Euro unter bestimmten Voraussetzungen (Bestimmungen für einen Regressverzicht der Feuerversicherer bei übergreifenden Schadensereignissen) nicht geltend zu machen, z. B. ein nur leicht fahrlässig verursachter Schaden.


Da heutzutage jedoch andere Möglichkeiten bestehen, sich im privaten wie im gewerblichen Haftpflichtbereich mit ausreichend hohen Versicherungssummen abzusichern und die im RVA geregelten Fälle ohnehin nur einen Teil möglicher Schäden, z. B. grob fahrlässig verursachte Schäden, darstellte, wurde es eingestellt. Die Regelung hatte sich einfach überlebt.

 

Haben Sie einen halbwegs zeitgemäßen Vertrag, wird der Wegfall des Feuerregressverzichtsabkommens keinerlei Auswirkungen für Sie haben. Haben Sie jedoch einen älternen Vertrag sollten Sie diesen umgehend überprüfen und ggf. anpassen lassen.

 

Dabei helfen wir Ihnen gerne!

 

 


 

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